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Ultraschall in der Geburtshilfe

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Erst seit etwa 1980 ist es Routine, das ungeborene Kind mit Ultraschall zu betrachten. Für die Geburtshelfer ist der Ultraschall zu einem unverzichtbaren Routineinstrument geworden, welches die Qualität der Schwangerschaftskontrollen erheblich gesteigert hat. Heute wird mit Recht erwartet, dass die meisten schwerwiegenden Störungen und Fehlbildungen vor der Geburt mit Ultraschall entdeckt werden. Das Schöne an der Methode ist, dass sie vollkommen unschädlich ist; kein einziges Mal wurden Schäden durch Ultraschall nachgewiesen. Die modernen Geräte berechnen sogar die minime Erwärmung des Gewebes, die bei längerer Untersuchung eintreten kann, und würden automatisch abschalten. Auch Delphine und Fledermäuse bedienen sich des Ultraschalls, um sich ein Bild von ihrer Umgebung zu machen. 

 

Unsere Ultraschallgeräte (zwei General Electric Voluson E6) sind Hochleistungsgeräte mit Sonden für die Untersuchung durch die Bauchdecke (abdominal), durch die Scheide (transvaginal) sowie für die Untersuchung der weiblichen Brust. Ausserdem kann das ungeborene Kind dreidimensional (3D) und sogar im bewegten dreidimensionalen Live-Bild (4D) dargestellt werden, wofür eine unglaubliche Rechenleistung benötigt wird. 

 

Mit Ultraschall können wir feststellen:
  • ob das Kind lebt,
  • ob die Einnistung in der Gebärmutter stattfand (Ausschluss der Eileiterschwangerschaft),
  • ob der Geburtstermin stimmt oder ob er korrigiert werden muss,
  • ob nur ein Kind heranwächst,
  • ob das Kind normal wächst und wie gross es ist,
  • ob schwere Fehlbildungen beim Kind vorliegen,
  • wie das Kind in der Gebärmutter liegt,
  • ob genügend Fruchtwasser vorhanden ist und
  • wo die Plazenta liegt.

 

Spezialuntersuchungen

 


Oben: Unsere Ultraschallgeräte erlauben auch moderne Spezialuntersuchungen.
- oben links: Power-Doppler-Darstellung der Blutgefässe im Bauchraum des ungeborenen Kindes;
- oben Mitte: 3D-Rekonstruktion der Wirbelsäule zum leichteren Ausschluss von Rückenfehlbildungen;
- oben rechts: Farbdoppler-Ultraschall der Nabelschnur zur Überwachung von Risikoschwangerschaften.

 

Stellenwert des Ultraschalls

Ein normaler Ultraschallbefund hat Einfluss auf die weitere Betreuung Ihrer Schwangerschaft und kann Sie zudem sehr beruhigen. Wird ein spezieller Befund erhoben, kann Ihnen der Ultraschall wichtige Entscheidungsgrundlagen liefern. Beim Nachweis einer schwerwiegenden kindlichen Störung könnten Sie allerdings in einen ethischen Entscheidungskonflikt geraten; bitte teilen Sie mir deshalb mit, wenn Sie aus persönlichen Gründen keinen Ultraschall möchten. Denken Sie auch daran, dass die Untersuchung zwar von erfahrenen Ärzten durchgeführt wird, dass aber aus verschiedenen Gründen nicht jedes Problem zu erkennen ist.

 


Oben: Bereits mit 11 Schwangerschaftswochen ist dieser 44 Millimeter lange Fetus ein kleines Persönchen mit einem erstaunlichen Eigenleben, welches erst durch die Darstellung im bewegten dreidimensionalen Bild (oben rechts) anschaulich gemacht wird.

 

Staatliche Vorschriften ...

Bei normalem Schwangerschaftsverlauf werden von den Krankenkassen zwei Ultraschall-Untersuchungen übernommen (die erste mit 10 - 12, die zweite mit 20 - 22 Schwangerschaftswochen). Um die oben aufgelisteten Informationen lückenlos zu gewinnen, wären allerdings drei bis vier Untersuchungen notwendig. Bei Problemen, Komplikationen und schlechten Untersuchungsbedingungen (wenig Fruchtwasser, ungünstige Kindslage, Übergewicht der Mutter) kann ich selbstverständlich weitere Untersuchungen veranlassen. Der Staat schreibt vor, wie die oben genannte Aufklärung der Schwangeren stattzufinden hat.